PRESSE
Augsburger Allgemeine vom 12. Juli 2014
BESUCHER GENIESSEN MUSIKALISCHE STERNSTUNDE
Die Augsburger Domsingknaben unter Leitung von Julian Müller-Henneberg begeisterten beim Benefizkonzert in der Mindelheimer Jesuitenkirche.

AUGSBURGER DOMSINGKNABEN BEGEISTERTEN IN MINDELHEIM MIT IHREM VIELSEITIGEN PROGRAMM

Einer der renommiertesten deutschen Knabenchöre war zu Gast in der Frundsbergstadt, die Domsingknaben aus Augsburg. Möglich gemacht hatte den Besuch Dekan Andreas Straub, der seit seiner Tätigkeit als Domkaplan in der Fuggerstadt mit einem der Leiter des Chores, Julian Müller-Henneberg, freundschaftlich verbunden ist. Die 42 Sänger im Alter zwischen zehn und 17 Jahren gaben ein Benefizkonzert in der Jesuitenkirche. Die Domsingknaben blicken auf eine alte Tradition zurück. Schon im frühen 15. Jahrhundert sind sie erstmals urkundlich erwähnt worden, als „Knabenstimmen, die den Gregorianischen Choral an der Augsburger Kathedrale von St. Marien pflegen."

 

STAUNEN UND RESPEKT VOR DER LEISTUNG

Inzwischen führten Tourneen die Domsingknaben durch ganz Deutschland und viele Länder Europas bis nach Übersee. Die barocke Jesuitenkirche, die den feierlichen Rahmen für das geistliche Konzert gab, war gut gefüllt, als die Domsingknaben mit dem wohl ältesten Gesang der Kirche, einem Gregorianischen Choral, die festliche Stunde eröffneten. Dem anschließend schwungvoll vorgetragenen „Jauchzt vor dem Herrn" ( Jubilate Deo) von Johann Kaspar Aiblinger, folgte mit dem Psalm 130 von Heinrich Kaminski „Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu Dir" eine der wohl anspruchsvollsten Chorsätze des ganzen Programms. Mit Staunen und großem Respekt konnten sich die Konzertbesucher überzeugen, wie die jungen Sänger diese immens schwierige Komposition mit Begeisterung und Bravour meisterten.

Beliebt bei Chören und Zuhörern sind die Motetten von Heinrich Schütz, Pierluigi da Palestrina und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Schütz, ein Komponist des Frühbarock war mit „Kommt herzu, lasst uns fröhlich sein" und mit „Der Herr ist mein getreuer Hirt" vertreten. Palestrina, der „Vater der italienischen Kirchenmusik" folgte mit „Sicut cervus desiderat" und von Felix Mendelssohn-Bartholdy, einem der bedeutendsten musikalischen Vertreter der Romantik, erklang sein „O lux beata trinitas". Eine Besonderheit war, dass die Darbietungen nicht nur von den Stufen des Altarraums aus vorgetragen wurden, sondern sich die jungen Sänger zuweilen im Kirchenschiff oder im Chorgestühl verteilten. Die Solisten waren an den Seitenaltären postiert. Den Abschluss des geistlichen Teils bildete das „Ave Maria" von Karl Kraft.

 

GESUNGENE ÜBERRASCHUNG AUF DEM INNENHOF

Reicher Beifall belohnte die großartige Leistung des Augsburger Knabenchores unter ihrem Dirigenten Julian Müller-Henneberg. Die Besucher waren sich einig: Wir haben eine musikalische Sternstunde erlebt. Danach gab es noch eine Überraschung. Der Gastgeber lud die Besucher - praktisch zum zweiten Teil des Konzerts - in den Innenhof des Jesuitenkollegs, um dort die „weltlichen" Sängerknaben kennen zu lernen. Begeistert lauschte man ihren Volks- und Wanderliedern.
Als dann noch der Popsong: „For the longest time" von Billy Joel erklang, konnten alle Zuhörer bestätigen: Die Domsingknaben beherrschen auch die leichte und moderne Muse. (tze)