Auf unserer Guatemala-Tournee absolvierten wir in zwölf Tagen sieben Konzerte, gestalteten zwei Gottesdienste und lernten zwei Schwerpunkte des mittelamerikanischen Landes intensiv kennen: zunächst die Hauptstadt Guatemala-Stadt und anschließend Antigua.

 In Guatemala-Stadt wie während des ganzen Aufenthalts wurden wir von Guillermo Alburez begleitet und standen stets unter Polizeischutz. Gleich am ersten Tag begegneten wir bei einer Führung durch den Nationalpalast Präsident Bernardo Arévalo, dem wir ein Ständchen sangen. Am Abend gaben wir unser erstes Konzert bei einem unserer Sponsoren, Kaeser Kompressoren, mit anschließendem Empfang in der Rooftop-Bar. Nach einem Besuch des Restaurants El Checha mit Ständchen für die Küche sangen wir in stimmungsvoller Atmosphäre in der Wallfahrtsstätte Santuario de la Virgen del Cerrito del Carmen. Am Pfingstsonntag gestalteten wir den Gottesdienst mit dem Erzbischof in der Catedral Metropolitana von Guatemala-Stadt. Am Abend folgte ein Konzert in der Residenz des deutschen Botschafters Dr. Hardy Boeckle zusammen mit dem Coro Novela für die deutsche Community.

Auf der Fahrt nach Antigua besuchten wir in der Provinz Sacatepéquez die Organisation indigener Frauen „Mujeres de AFEDES“, nahmen dort an einer traditionellen Zeremonie teil und erlebten in mehreren Workshops die Kultur und Lebensweise der Maya. In Antigua Guatemala verbrachten wir die kommenden Tage. Jeden Morgen neu faszinierend: der Blick auf den Vulkan Agua. Eine anstrengende Wanderung zum Wasserfall Catarata La Rinconada führte uns durch den Nebelwald. In San Antonio Aguas Calientes lernten wir die doppelseitige Webkunst kennen, wurden von den Bewohnern herzlich empfangen und gestalteten einen Gottesdienst, begleitet von gelegentlichen Böllerschüssen, um die Gebete gen Himmel zu geleiten. Wir besuchten die Kaffee- und Schokoladenplantage La Finca Azotea, und waren bei der Gouverneurin von Sacatepéquez, Angelina Aspuac, zu Gast. Bei einem Ausflug nach Iximché, einer ehemaligen Hauptstadt der Maya, erfuhren wir mehr über Geschichte, Religion und Kalenderwesen der Urbevölkerung der Cakchiquel-Maya.

Unsere musikalischen Auftritte in Antigua fanden im Forschungszentrum CIRMA und in den Ruinen des ehemaligen Kapuzinerinnenklosters Las Capuchinas statt. Ein geplantes Konzert in der Kirche San Francisco musste wegen einer Prozession in der Kirche entfallen. Zum Abschied von Antigua genossen wir vom Cerro de la Cruz einen letzten Blick auf die Stadt und den Vulkan. Zurück in Guatemala-Stadt gestalteten wir gemeinsam mit dem Chor „El Coro Nacional de Personas con Discapacidad“ das feierliche Abschlusskonzert im Nationalpalast. zur 200-Jahrfeier der deutschen Einwanderung. 

Guatemala wird uns als Land großer Gastfreundschaft, kultureller Vielfalt und beeindruckender Geschichte in Erinnerung bleiben. Unter der Leitung von Stefan Steinemann konnten wir mit Werken von Monteverdi über Mendelssohn Bartholdy bis Bermúdez nicht nur einen Eindruck unserer Musikkultur vermitteln, sondern auch einen Bogen zur guatemaltekischen Chormusik spannen. Besonders bewegend war bei allen Konzerten die Begeisterung des Publikums bei der heimlichen Nationalhymne „Luna de Xelajú“. Dank gilt unseren Reiseleitern Leonhard Fitz und Dr. Carlos Haas für die Organisation. 

Wer die Reise ausführlich nacherleben möchte, kann im Herbst das Fotobuch dazu erwerben. (sum)